Internationale Vorbilder

Mondragón (Baskenland)

Die baskische Mondragón Corporación Cooperativa (MCC) ist heute die weltgrößte Genossenschaft. Sie umfasst 256 Unternehmen und beschäftigt rund 95.000 Personen und setzt 15 Milliarden Euro um. Die Gewinne werden zu einem kleinen Teil an die MitarbeiterInnen ausgeschüttet und zu einem großen Teil reinvestiert; ein weiterer Teil fließt in einen zentralen Kooperationsfonds, über den sich Betriebe gegenseitig auffangen können. Seit der Gründung 1946 wurde kein BeschäftigteR entlassen. www.mondragon-corporation.com
 

Sekem (Ägypten)

Die ägyptische Fair-Trade-Kooperative sechzig Kilometer südlich von Kairo wurde 1977 gegründet. Heute beschäftigen sieben Unternehmen 2000 Menschen. Sekem brachte mit biologisch-dynamischer Landwirtschaft die Wüste zum Blühen und produziert neben Bio-Lebensmitteln auch Gesundheitsprodukte und Textilien aus ökologischem Anbau. Sekem bedeutet „Lebenskraft aus der Sonne“. Außerdem setzt sie prominent auf Fair Trade. Der Gründer Ibrahim Abouleish wurde 2003 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. www.sekem.com
 

Göttin des Glücks und Craft Aid (Mauritius/Österreich)

„Göttin des Glücks“ ist das erste ökofaire Textillabel Österreichs. Ziel des von vier KünstlerInnen gegründeten Modeunternehmens ist, dass HerstellerInnen, KundInnen, UnternehmerInnen und die Erde glücklich sind. Die Kleider werden bei Craft Aid (CA) auf Mauritius genäht. CA ist ein Fair-Trade-zertifizierter Non-Profit-Betrieb, der 180 Menschen in den Sparten Zucker, Blumen und Kleidung beschäftigt, die Hälfte davon „mit besonderen Bedürfnissen“. Gewinne werden in den Ausbau investiert für wohltätige Zwecke gespendet. www.goettindesgluecks.com
 

Fair Trade (58 Erzeugerländer)

Einen Kontrapunkt zu »Freihandel« und »Billigstbieterprinzip« setzt der faire Handel. In Österreich begann die heutige EZA Fairer Handel GmbH schon vor 35 Jahren, den Systemverliere­rInnen am Weltmarkt eine Chance zu geben: KleinbäuerInnen, Kunst-HandwerkerInnen und Textil-ArbeiterInnen. Eine ange­messene Bezahlung für ihr Produkt, verlässliche und möglichst direkte Handelsbeziehungen stärken ihre Position am Markt ge­genüber den Global Players und sind eine wichtige Basis zur Ver­besserung ihrer Lebenssituation. Die Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien spielt beim Anbau und bei den Arbeitsbe­dingungen eine zentrale Rolle. In Europa haben die Weltläden – die Fachgeschäfte für fairen Handel – an der Verbreitung des Fair-Trade-Konzepts mitge­wirkt. Sie sind neben Verkaufsstellen auch Orte der Information, der Bewusstseinsbildung und der Begegnung mit Menschen aus den Ursprungsländern. Viele Weltläden arbeiten mit ehrenamtlicher Unterstützung – wäre der Mensch »von Natur aus« eigen­nützig und nur durch Konkurrenz motivierbar, dann könnten diese zusperren. www.eza.cc
 

Semco (Brasilien)

Semco ist ein brasilianischer Mischkonzern, der eine einmalige Unternehmenskultur hat. 2003 gibt es ca. 3000 Mitarbeiter, die meist in kleinen Einheiten zusammen­arbeiten. Es gibt keine Richtlinien, nur ein bebildertes Überlebensbuch, viel Selbstorganisation und hohe Mitbestimmung der Mitarbeiter. Sie können ihre Führungskräfte selbst auswählen, bestimmen ihre Arbeitszeiten und Gehälter selbst, jeder kann an allen Meetings teilnehmen und mitentscheiden. Als wesentliches Regula­tiv gelten Transparenz und Ergebnisorientierung in den Teams. Gehälter müssen vor den Kollegen gerechtfertigt und selbst erwirtschaftet werden. Es gibt eine hohe Transparenz von Zahlen, Fakten und Entscheidungen und ein höchst innovatives Arbeitsklima. Semco ist wirtschaftlich sehr erfolgreich, die jährlichen Wachstumsraten liegen zwischen 25% und 40%, der Gewinn ist in den Jahren von 1993-2004 von 35 auf 160 Mio$ gestiegen. Artikel im Brandeins | Artikel in Sein | www.semco.com.br